Bremen und Wein

Die Hansestadt Bremen hat, obwohl selber nicht im Weinbau verwurzelt, eine lange Tradition im Weinhandel und wird bis heute als Weinstadt geschätzt. In diesem Text findet ihr einen kleinen Abriss über die Bremer Weingeschichte.
Die Bremer Stadtmusikanten gehen steil

Weinberge auf dem Deich?

Keine Frage, ein Besuch in der Freien Hansestadt Bremen lohnt sich aus vielerlei Gründen. Weinberge aber suchen Besucher:innen vergeblich.

Das mag im 11. Jahrhundert mal anders gewesen sein, als Wein für den kirchlichen Gebrauch in der Stadt angebaut wurde. Über den Geschmack diesen Weines schweigt sich die Geschichte allerdings aus. Der Name dieses Weines „Krätzer“, der an Weser und Werra angebaut wurde, verheißt aber nicht unbedingt einen Hochgenuss!

Bremer Handelstradition mit Wein 

Doch auch wenn Bremen, platt wie ‘ne Flunder, nicht durch seine Weinberge bekannt ist, hat die Hansestadt eine lange Handelstradition mit Wein und sich einen ausgezeichneten Ruf im Weinhandel erworben.   

Noch heute ist der Ratskeller das Aushängeschild dieser bremischen Tradition. Seit 1405 werden im Keller unterhalb des historischen Rathauses Weine gelagert und verkauft. Und viele Kaufleute besiegelten ihre Verträge in den Gewölben des Ratskellers mit einem guten Wein .

Der Rat der Stadt hatte bis 1815 sogar das Monopol, Rheinwein in der Stadt zu verkaufen. Der Gewinn reichte aus, die Stadtbefestigungen zu unterhalten – die Stadt Bremen hat also durch den Handel mit Wein maßgeblich profitiert und sich ein bis heute andauerndes Renomee erarbeitet.

Bei politischen Verhandlungen der Freien Hansestadt soll sogar manche gute Flasche Wein aus dem Ratskeller einen für Bremen positiven Ausgang befördert haben. So wurden einige Kisten Wein zur Unterstützung der Gespräche 1815 nach Wien transportiert, damit Bremen seine Unabhängigkeit bewahren konnte. 

Seit 1635 wurden vom Rat der Stadt Bremen verschiedene Weinordnungen erlassen, um Fragen des Verkaufes, des Zolls und der Einfuhr zu regeln. Privatleute durften zeitweise Wein nur Kannenweise kaufen – ähnlich wie die besser bekannten Milchkannen mussten diese dann auf Wägen nach Hause transportiert werden. Allerdings war es damals gestattet, unter Beachtung der von der Stadt festgelegten Preise, ausländische Weine zu verkaufen. Und schon im 17. Jahrhundert waren Bremer Händler im französischen Bordeaux sesshaft und importierten die dortigen Weine nach Bremen. Auf Schiffen gelangten dann die international gefragten Fassweine in den Hafen der Hansestadt.

Im Laufe der Jahre entstanden namhafte traditionsreiche Weinhandelsunternehmen, die Weine vor allem aus den europäischen Weinanbaugebieten importierten. Heute gibt es in Bremen ein sehr vielfältiges Angebot an Inhaber:innen geführten Weingeschäften.

Zwei Bremer in der Pfalz

Eine Karriere im Weinhandel ist in Bremen nicht unbedingt ungewöhnlich – die Entscheidung selber Wein anzubauen und ein Weingut zu gründen, ist aber doch eher selten und bedarf des Wegzugs aus der Hansestadt. Wie Katharina und Frederik dazu kamen den Norden zu verlassen und in der Pfalz das Weingut Frederik Janus zu gründen, könnt ihr in unserem Über uns Text nachlesen.

Bremer Spuren im Weingut Frederik Janus 

Weil Katharina und Frederik bis heute am Norden hängen und Bremen als ihre Heimat schätzen, lassen sich auch Bremer Spuren im Weingut finden. Die Bremer Stadtmusikanten auf den Etiketten zeigen ihre Verbundenheit zur Hansestadt. Wie die Stadtmusikanten haben sie sich aufgemacht, um in der Pfalz die Weinberge zu finden, kommen aber auch immer wieder in den Norden zurück, nicht zuletzt um die nordischen Verbindungen im Weinhandel zu pflegen. Somit bringt das Weingut Frederik Janus eine gewisse nordische Brise in die Pfälzer Weintradition und die Stadt Bremen kommt doch noch zum eigenen Wein.

Philine Janus

Philine lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist in der Kulturlandschaft zu Hause, hat aber seit 2013 keine Weinlese in der Pfalz verpasst. Das Schreiben über Wein kombiniert zwei ihrer großen Leidenschaften. Sie ist inhaltliche Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Text sowie Gleichstellungsbeauftragte im Weingut Frederik Janus.

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